Petermann-Haus

Das Geburtshaus von August Heinrich Petermann

August Heinrich Petermann wurde am 18.04.1822 in Bleicherode geboren. Er war das zweite Kind der Eheleute Rudolf Petermann und Katherine Henriette Petermann, geborene Reinhold. Somit war er ein echtes Bleicheröder Kind. Gemeinsam mit seinen drei Geschwistern wuchs er in einfachen Verhältnissen in Bleicherode auf. Seine Familie erkannte seine Talente und Fähigkeiten und förderte alle Kinder nach Kräften bei der Schulbildung. Angenommen haben wir, dass der damals umsichtige Superintendant Hahn ihn nicht nur getauft hat, sondern in der damaligen Volksschule auch sein Lehrer war. Es mag eine Annahme sein, dass der Weitblick des Kirchenmannes und der Wunsch der Eltern zusammentrafen, als der Junge 1836 an das Gymnasium nach Nordhausen wechselte, was für die damalige Zeit nicht selbstverständlich war.

Petermann nutzte seine Möglichkeiten und verdiente sich durch private Förderunterrichte und andere Nebenbeschäftigungen Geld zu verdienen. Dazu zählte auch, in den Ferien und der Freizeit Kartenbilder für seinen Geografielehrer anzufertigen. In dieser Zeit entstand unter anderem eine tischblattgroße, kolorierte Karte von Südamerika … und … (eine) Spezialkarte vom Harzgebirge. Sein Interesse an der Erforschung und Entdeckung der Welt ging weit über das normale Maß zu seiner Zeit hinaus. Es gelang ihm, die Aufmerksamkeit seines späteren Förderers Prof. Berghaus in Potsdam zu gewinnen. Diese Überzeugung und die außergewöhnliche Förderung durch königliche Order ermöglichten Petermann den Eintritt und eine Ausbildung an der Kunstschule für Kartografen. Er beendete das Gymnasium nach drei Jahren und ging 1839 nach Potsdam. Seine Eltern konnten diesen Bildungsweg nicht finanzieren. Im Gegenteil: er musste nach dem frühen Tod des Vaters seine Mutter und seine Geschwister unterstützen. Dies konnte er auch deshalb, weil er einen Teil seines Honorars dafür einsetzte.

Es war der berühmteste deutsche naturwissenschaftliche Forscher Alexander von Humboldt, der Petermann für das Zeichnen seiner Karte „Asia centrale“ bezahlte. Damals war Petermann gerade einmal 19 Jahre alt und die Ehrung und Anerkennung durch Humboldt motivierte ihn. Diese Arbeit begründete eine lebenslange freundschaftliche Beziehung zu Humboldt und verhalf Petermann zu weiteren Kontakten mit Forschern und Entdeckern seiner Zeit. Diese Kontakte, die Fähigkeit, Informationen zu sammeln, zu verknüpfen und zu abstrahieren, sind wesentliche Grundlagen für die wegweisenden Impulse, die er der Geografie und Kartografie gab. Es steht unzweifelhaft fest, dass sein Lebenswerk vielfach weltweite Anerkennung nicht nur in fachwissenschaftlichen Kreisen gefunden hat.

In unserem Bleicherode fanden wir in den vergangenen 116 Jahren unterschiedliche Formen der Anerkennung. So wurde an diesem Ort, an dem wir uns gerade befinden, eine Gedenktafel an sein Geburtshaus angebracht. Sie wurde 26 Jahre nach seinem Tod angebracht, durch eine Tochter Petermanns gestiftet und ist seitdem ein Symbol mitten in seiner Heimat. Die Schaffung des Petermannparks mit dem Denkmal war ein Höhepunkt in der Auseinandersetzung mit dem Erbe Petermanns.

Die Namensgebung der staatlichen Grundschule „Professor Dr. August Petermann“ für die Kinder unserer Stadt war 1994 ein richtiger und glücklicher Schritt, um das Gedenken an den bekanntesten Bleicheröder Bürger in die Mitte der Gesellschaft zu holen. 2022 wurde zum Gedenken durch vielseitige Initiativen in Bleicherode das Petermannsjahr gefeiert. Vorrangig hierbei war die Erinnerungsarbeit und Auseinandersetzung mit Dr. August Petermann und dieses für alle begreifbar zu machen.

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